Vorwort

Der vorliegende zweite Band entstand aus dem Stoff der Leserseminare zum ersten Band und den Fragestellungen der Seminarteilnehmer.
Um Wiederholungen zu vermeiden, werden Hinweise auf die Seiten des ersten Bandes Ausgabe 2004 in Kursivschrift eingefügt, die Verweise auf Seiten des vorliegenden Bandes erscheinen in Normalschrift. Um häufiges Blättern zu ersparen, gibt es auch eine Mehrfachnennung von Maßnahmen.
Das Studium des ersten Bandes ist keine zwingende Voraussetzung für das Verständnis der folgend beschriebenen Maßnahmen, wenn entsprechende Grund-kenntnisse bereits vorhanden sind.
Auch der zweite Band wendet sich überwiegend an den Praktiker.
Obwohl in größerem Umfang auf elektrotechnische Grundlagen eingegangen wird, werden Lehrbücher dadurch nicht überflüssig.
Band 1 gibt Hinweise zur Wiederinbetriebnahme alter Radios, einschließlich erforderlicher Reparaturmaßnahmen an defekten Baugruppen. Das umfasst sowohl das Innenleben als auch das äußere Erscheinungsbild. Die Funktionen der verschiedenen Baugruppen werden beschrieben und einige Grundlagen vermittelt. Im Fokus des ersten Bandes stehen die Geräte der Mittelklasse mit einer Standardröhrenbestückung. Band 1 wendet sich vor allem – aber nicht nur – an motivierte Einsteiger. Es ist ein Nachschlagewerk, die Reihenfolge der Kapitel gibt nicht den Arbeitsablauf vor.
Band 2 beschreibt ergänzend die Maßnahmen, die bei der systematischen Suche nach Fehlerursachen unterstützen. Es hilft vor allem den Radiofreunden, die sich nach ersten Erfolgen mit einfacher Technik an die komplexeren Geräte der Oberklasse bis hin zu den Flaggschiffen der Modelljahre heranwagen. Die Reihenfolge der Abschnitte des vorliegenden Buches entspricht einer sinnvollen Reihenfolge der Arbeitsschritte: Beginnend mit der Stromversorgung, wird der Empfänger im Stromlaufplan (Schaltbild) von rechts nach links geprüft, vom Lautsprecher bis zur Antenne. Das Verständnis von Stromlaufplänen wird an Hand von Beispielen vermittelt. Es gibt Übungen zur Messtechnik, die ihre eigenen Geheimnisse hat. Der Leser soll dadurch ertüchtigt werden, eigene Vorgehens-weisen zu entwickeln, denn Fehler lassen sich nicht in ein Schema fügen. In den komplexen Geräten der Oberklasse lassen sich Fehler mit einem Multimeter allein nicht mehr feststellen.
Band 2 befasst sich mit nachrichtentechnischen Grundlagen, Messtechnik, Nieder-frequenz, Hochfrequenz und mit besonderen Funktionen. Dazu zählt zum Beispiel die Elektronik der SABA Automatik-Modelle, die im letzten Abschnitt eingehend besprochen wird. Der Autor hofft, damit den für Hilfestellungen bei der Sanierung dieser Technik geleisteten Zeitaufwand reduzieren zu können.
Ein weiteres Anliegen ist die Vermittlung von Vorgehensweisen, die auch ohne teure Messapparaturen möglich sind. Das betrifft auch den Hochfrequenzteil der Geräte.
Manchem Leser mag das vorliegende Buch stellenweise zu detailliert oder als nicht zielführend erscheinen. Aber der Band 2 möchte verschiedene Lesergruppen ansprechen: Fachausdrücke werden gelegentlich in der in den 50er Jahren üblichen Form verwendet. Man wusste zum Beispiel damals noch nicht, dass der runde Knopf zum Einstellen der Lautstärke kein Regler ist.
Die Oszillogramme wurden mit Irfanview, die Schaltskizzen mit Paint und Micrografx Picture Publisher bearbeitet.
Für weitere Informationen, Reparaturhinweise und Leserfragen:
 www.radios-der-50er-Jahre.de
Sicherheitshinweise:
Bei Verwendung von Messgeräten mit Netzanschluss müssen Allstromgeräte über einen Trenntrafo angeschlossen werden.
Die in vorliegendem Band 2 beschriebenen Referenzbaugruppen mit eigener Spannungsversorgung dürfen nur bei entsprechenden Fachkenntnissen der Elektrotechnik aufgebaut werden. Sie müssen über eine Betriebsanzeige verfügen, dürfen nicht unbeaufsichtigt eingeschaltet bleiben, wenn weitere Personen Zugang haben können. Spannungsführende Teile müssen gegen Berührung geschützt werden.
Die allgemeingültigen Sicherheitshinweise, die dem ersten Band vorangestellt sind, liegen hier nochmals im Anhang A bei.